Buddhismus

Buddha

Der historische Buddha, wurde etwa 560 v Chr. in einer königlicher Familie geboren und verbrachte eine unbeschwerte Jugend im materiellen Überfluss. Alles, was zum Wohlleben gehörte, stand ihm zur Verfügung. Gleichzeitlich wurde er von allem weltlichen Leid abgeschirmt. Buddha bekam  eine perfekte Ausbildung und als ein Mitglied des zweiten Standes – Krieger – auch ein solides Kriegstraining. Alte Texte bezeichnen ihn als einen großen und starken Mann mit blauen Augen.

Mit 29 Jahren verläßt er die Palastanlage seiner Familie und sein Leben varändert sich dramatisch. Der Buddha begegnet dabei zum ersten Mal einen Greis, einen Schwerkranken und einen Toten. Solche Erfahrungen sind für ihn neu. In diesem Moment erkennt er die Sinnlosigkeit in seinem bisherigem Leben, da er herausfindet, dass alles vergänglich ist. Aus diesem Grund beschließt er sein derzeitiges Leben zu verlassen und meditiert im Gebirge und Wälder in Nordindien. Nach sechs Jahren voll vergeblicher Versuche, ein dauerhaftes Glück  zu erreichen, erkennt er in tiefer Meditation das Wesen des Geistes und wird damit in einem Ort, heute Bodhgaja  gennant, erleuchtet.

Buddhas Lehre, die die Wesen unerschütterlich, freudvoll und mitfühlend macht, ist die Hauptreligion in vielen asiatischen Ländern. Seit der frühen siebziger Jahre mit einer Reichtum an Mittel inspiriert und fasziniert die buddhistische Sichtweise eine wachsende Anzahl an Menschen in der westlichen Welt.
Der Buddha lehrt sowohl über die letztendliche als auch bedingte Natur der Wirklichkeit auf eine Art, die seine Hinweise mit unserem Leben direkt verbindet. Das Verständnis von diesen Lehren ermöglicht es, dauerhaftes Glück zu erleben. Der Buddha versucht uns keine Dogmen aufzudrängener, tritteher als Freund auf, der uns Ratschläge gibt. Gleichzeitig ermutigt er uns, kritisch zu bleiben und Fragen zu stellen. Durch die korrekt ausgeführte Meditationspraxis, das intellektuelle Verständnis der Belehrungen wird zu persönlicher Erfahrung und die zusätzlichen Mittel, sowie die richtige Sichtweise lassen durch die Meditation erreichte Ebene verstärken.
Das Ziel von Buddhismus ist die vollständige Entdeckung der innewohnenden Möglichkeiten vom Körper, Rede und Geist, die jedem Wesen eingeboren sind. Durch seine Lehre wird der Buddha als ein zeitloses Spiegel von dem im Geist existierenden Potenzial wahrgenommen.

Befreiung und Erleuchtung

Befreiung ist ein erstes buddhistisches Ziel. Auf dem Weg zur Befreiung erkennen wir, dass Körper, Gedanken und Gefühle in ständiger Veränderung sind. Deswegen gibt es kein Grund für Existenz des wirklichen „Egos” oder „Ich”. Wenn wir dessen bewusst sind, erlebt man sich nicht mehr als Zielscheibe, was die Ursache allen Leidens auflöst, und nimmt man Leid nicht persönlich. Erleuchtung ist der weitere, letztendliche Schritt. Hier strahlt das klare Licht des Geistes durch jede Erfahrung. Der Geist genießt in jedem Augenblick seine selbstentstandenen Fähigkeiten und ist in allem mühelos und spontan.

Karma

Karma (tib. ) ist ein zentraler Begriff im Buddhismus. Er bedeutet kein Schicksal, sondern das Zusammenwirken von Ursache und Wirkung. Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich. Dieses Verständnis ermöglicht es, durch bewusstes Handeln Eindrücke im Geist aufzubauen, die zu Glück führen und künftiges Leid vermeiden. Positiver Zustand des Geistes kann man durch die Methoden, die Diamantweg zur Verfügung stellt, noch verstarken. Negative Eindrücke können dagegen gereinigt werden.
 

Diamantweg

Buddha gab Belehrungen für drei verschiedene Arten von Menschen. Wer Leid vermeiden wollte, bekam Auskunft über Ursache und Wirkung ("Kleiner Weg", skt. Hinayana).  Wer mehr für andere tun wollte, hörte Belehrungen über Mitgefühl und Weisheit ("Großer Weg", skt. Mahayana). Wenn die Leute starkes Vertrauen in ihre eigene Buddhanatur hatten, lehrte er den "Diamantweg" (skt. Vajrayana). Buddha zeigte sich dabei in hologramm-ähnlichen Formen oder vermittelte seine erleuchtete Sicht von der Natur des Geistes, das "Große Siegel" (skt. Mahamudra).

Was Diamantweg der heutigen Welt bietet, sind „praktische Mittel, die zum direkten Erkennen der Natur des Geistes führen”. Im Diamantweg bekommt man die Möglichkeit, die Welt aus einer reichen und selbstbefreienden Sicht heraus zu erfahren. Seine Meditationen entwickeln tiefen inneren Reichtum, führen weiter zum spontanen Erleben in jedem Augenblick, sowie Unerschütterlichkeit und entfalten schließlich jede erleuchtete Tatkraft des Geistes.

 

Meditation

Meditation im Buddhismus bedeutet "müheloses Verweilen in dem, was ist". Dieser Zustand wird durch die Beruhigung des Geistes und die tiefe Einsicht in seine Natur oder durch die Arbeit mit inneren Energien und Lichtformen verwirklicht. Am wirksamsten ist jedoch die ständige Identifikation mit der eigenen Buddhanatur, wodurch man die letztendliche Natur  des Geistes erreicht. Alle diese Methoden werden im Diamantweg unterrichtet. Wenn alle dualistischen Konzepte überwunden sind, sowohl während der Meditation, als auch außerhalb der Meditationssitzungen – das Ziel, der Zustand des Großen Siegels (skr. Mahamudra) ) ist erreicht, wobei sich jegliche Trennung von Subjekt, Objekt und Tat auflöst.

Alle Diamantwegszentren bieten Erklärungen und die entsprechenden Texte zu den Grundmeditationen, die unten beschrieben sind:

Zufluchtmeditation
Ein erstes Mittel auf dem stufenweisen Weg zur Erleuchtung.

16. Karmapa Meditation
Eine Meditation, die durch die Identifikation mit dem Lama zur Erkennung der grundlegenden Natur des Geistes führt. Sie ist die wichtigste Meditation der Karma Kagyü Linie, die regelmäßig während der Meditationssitzungen in den Zentren verwendet wird.

Meditation des Diamantgeistes
Meditation, die zum Ziel hat, schädliche Eindrücke zu reinigen.

Meditation des Buddhas des grenzenlosen Lichtes
Meditation, die als Vorbereitung auf Praxis des bewussten Sterbens verwendet wird (Phowa).
 

Retreat im Diamantweg-Buddhismus

Jeder, der allen fühlenden Wesen Nutzen bringen möchte, soll sich um die Entfaltung reifer Persönlichkeit bemühen. In den unabhängigen, westlichen Ländern den erwünschten Geisteszustand erreicht man mithilfe von diesen Lehren von Buddha, die auf der Stufe des Diamantweges erteilt wurden. Die bestehende Aktivität und Meditation befinden sich hier in einem engen Zusammenhang. Seit fast dreissig Jahren dienen kurze Phasen der Verschmelzung mit dem Lama oder einem Buddha sowie die Arbeit mit einer Mantra dienen den unzähligen Freunden zum geistigen Erfolg. Solche Mittel haben einen positiven Einfluss sowohl auf das gegenwärtige Leben, als auch auf die künftigen Existenzen. Da heutzutage viele Leute mehr Energie in ihre Entwicklung investieren wollen, wird ihnen empfohlen, die auf der ganzen Welt befindlichen Zurückziehungsgszentren in Anspruch zu nehmen.

Um die kostbare Zeit auf die möglichst beste Art und Weise zu nutzen, sollte man sich einige Tage bzw. Wochen lang in einem Ort aufhalten, in dem ein Segensfeld bereits existiert. Obwohl die wahre Natur des Geistes überall die gleiche ist, ist ein Energiefeld an dem Ort besonders kraftvoll, in dem gezielt bestimmte ’Samen’ an besonderen Wünschen zum Wohl alle Wesen eingepflanzt worden sind. Das lässt das innere Überschuss mitsamt allen damit verbundenen Eigenschaften entwickeln. Die Reinigung der tiefsten Schichten unseres Bewusstseins ist an solchen Orten auch viel mehr erfolgreich.

Die Umgebung hat immer einen Einfluss auf die Meditation, und an Retreatstellen wird der Praktizierende weniger durch alltägliche Tätigkeiten überfordert und zerstreut. Wenn noch dazu die Bewohner eines Zurückziehungszentrums offene Menschen oder begabte Lehrer sind, stellt sich gleichzeitig heraus, dass die möglichst besten Bedingungen für die Entfaltung des Geistes zusammengekommen sind.

Unterschiede zwischen Zurückziehungen und täglicher Meditation

Buddhistische Meditation dient dazu, dem Praktizierenden den Geist zu zeigen. Sie vermindert den Einfluss von Gewohnheiten, Erwartungen und steifen Vorstellungen. Indem man den Geist wie ein Juwel feilt und schleift, wird man für sich und für die anderen mehr nützlich.

Der einige Wochen dauernde Zurückziehungsvorgang verstärkt solche Effekte und beschafft mehr Distanz zum Alltag. Der Mangel an unnützlichen Zerstreuungen, die mit alltäglichen Pflichten verbunden sind, führt zu einer tieferen Erfahrung an Geistesberuhigung und Einsicht.

Durch die Diamantwegssichtweise, lassen sich kurze Retreats und Alltag ausgezeichnet miteinander verbinden. Während einer Zurückziehung, in die man sich beispielsweise mit dem Partner begibt, sind sowohl der Tag als die Nacht mit Freude erfüllt. Man gewinnt zusätzliche Kraft und Energie im und zum Leben.

Unterschiedliche Zurückziehungsarten

Jeder entscheidet selbst über die Länge der Zurückziehung. Der Praktizierende entscheidet auch selbst darüber, welchem praktischen Ziel sie gewidmet ist.

Den Anfängern empfiehlt sich durchaus die offene Variante mit vier Meditationssitzungen täglich: eine kurze Sitzung vor dem Frühstück, zwei weitere längere vormittags und nachmittags und noch eine kurze am Abend. Wenn es möglich ist, die letzte sollte am Besten zusammen mit anderen, die im Meditationszentrum wohnen, geteilt werden. Natürlich können die Sitzungen und deren Zahl auch begrenzt werden, es wird jedoch geraten, den festen Tagesplan zu entwerfen und sich an die Termine zu halten. Die übrig gebliebene Zeit ist der Hilfe im Zentrum und dem Kontakt mit Menschen, die da wohnen, gewidmet. Die Zurückziehung dieser Art kann in einem beliebigen Zentrum ablaufen und ist auch für Paare gedacht. In geschlossenen Retreats spricht der Praktizierende mit keinem oder aber steht er im Kontakt nur zu denjenigen, die ihm Hinweise erteilen und anweisen. Solche Bezugspersonen werden bereits vor Beginn der Praxis gewählt. Auch die Mahlzeiten werden in Abgeschiedenheit zu sich genommen. Eine solche Art der Zurückziehung empfiehlt man solchen Praktizierenden, die schon mehr Erfahrung mit Diamantwegsmeditationen haben.

Meditation in Zurückgezogenheit allein oder in besonderen Fällen zusammen mit anderen verschafft den Raum, der zum Wegschaffen von störenden Faktoren und Eindrücken aus tieferen Schichten unseres Bewußtseins nötig ist. Da wir bei der Praxis im Alleinsein auf die anderen nicht achten müssen, können sämtliche Eindrücke frei aufkommen und sich in Weisheit verwandeln. Das Ziel des Retreats soll aber ganz vorsichtig und vernünftig abgestimmt werden _ eine zu hoch gelegte Messlatte kann uns zum Hindernis werden und den ganzen Spass verderben.

Einige Zentren bieten Gruppenzurückziehung an. In einem solchen Fall werden manche Meditationen zusammen in ganzer Gruppe ausgeführt und die anderen wiederum einzeln. Sehr oft werden zusätzlich Vorträge oder Fragerunden mit den örtlichen Lehrer(n) vorgesehen, was sehr nützlich ist.


Die Meditation mit einer Gruppe lässt starke Verbindungen entstehen. Wenn sich daraus Freundschaften entwickeln, sind sie eine Hilfe für Wachstum, die über das Persönliche hinausgeht.
 
Was wird unter Meditations-Praxis des bewussten Sterbens – Phowa zu verstehen?
Phowa-Praxis hat zum Ziel Bewusstes Sterben und Übertragung des Bewusstseins in ein so genanntes Reines Land. Diese Praxis ist der letzte Teil der Sechs Yogas von Naropa (Lehre über die Arbeit mit Energien) und eine der tiefsinnigen Lehren des tibetischen Buddhismus. Es ist eine sehr direkte Methode, die sowohl Mantra als auch Visualisierung enthält.  Lama Ole ist einer der wenigen buddhistischen Lamas, die die Praxis weitergeben können. Seit dem Jahr 1987 übertrug er Phowa an 80000 Leute während der Meditationskurse auf der ganzen Welt.